Ein Kommen und Gehen, ein Pflanzen, Gießen und Dekorieren, Dutzende von Menschen an einem gewöhnlichen Werktag auf einem deutschen Friedhof: Der Friedhof ist ein lebendiger Ort, an dem die Erinnerung in jedem einzelnen Grab einen festen Platz hat. Die Alternative, Trauern ohne Grab, ist für viele Menschen gar nicht vorstellbar – und doch immer häufiger traurige Realität. Gestorben und vergessen – das ist heute mehr denn je Schicksal für viele Arme, die anonym und zum Billigtarif unter die Erde kommen; weil die Angehörigen – neben dem Verlust des geliebten Menschen noch die existentielle Angst der Bestattungskosten vor Augen – keine andere Alternative sehen. Der Staat hat sich seiner Verantwortung für die Würdigung der Toten durch die Streichung des Sterbegeldes entzogen. Die beiden Beispiele zeigen einen Widerspruch auf: auf der einen Seite gibt es diesen großen Aufwand, um den Hinterbliebenen einen konkreten Ort der Trauer durch ein individuelles Grab zu ermöglichen, und auf der anderen Seite die ungewollte Namenlosigkeit.

Anonyme Gräber und die immer noch zunehmende Zahl der Feuerbestattungen sowie virtuelle Friedhöfe im Internet: Sie alle zeugen von einem Trend, der das Grab
auf dem Friedhof immer mehr zu verdrängen scheint. Doch Soziologen, Theologen, Psychologen und Seelsorger warnen schon seit längerem vor einem Umgang mit dem Thema Tod und Sterben, der weder den Verstorbenen gerecht wird noch den Hinterbliebenen zur echten Trauerarbeit verhilft. „Trauer ist ein seelischer Vorgang, in dem ein Individuum einen Verlust mit Hilfe eines wiederholten schmerzlichen Erinnerungsprozesses langsam zu ertragen und durchzuarbeiten lernt, um danach zu einer Wiederaufnahme lebendiger Beziehungen zu den Menschen und den Dingen fähig werden“, schrieben Alexander und Margarete Mitscherlich in ihrem berühmten Buch über „die Unfähigkeit zu trauern“. Und hierbei spielt das persönliche Grab als Stätte der Erinnerung und Verarbeitung der Trauer eine zentrale Rolle: „Das Nicht-Finden der Toten tut den Seelen der Lebenden nicht gut“, so drückte es zum Beispiel Wilfried Steller, Pfarrer einer Frankfurter Kirchengemeinde, gegenüber dem Magazin „Echt“ aus.

Gemeinschaftsgräber als Alternative zur anonymen Bestattung?

Doch welche Alternative bietet sich den Angehörigen, die ihre Verstorbenen nicht anonym bestatten lassen wollen, weil sie einen konkreten Ort brauchen, an dem sie
trauern können? Hier bieten viele Friedhofsgärtner mit ihren Genossenschaften und Treuhandgesellschaften für Dauergrabpflege auf kommunalen und kirchlichen
Friedhöfen eine echte Lösung an: die Gemeinschaftsgräber mit Dauergrabpflege Absicherung. Auf einer großzügig angelegten Grabstätte werden zum Beispiel zehn
Urnen beigesetzt, und auf einem kunstvoll gestalteten Grabmal die Namen der Verstorbenen aufgeführt. Die Friedhofsgärtner gestalten und pflegen die Grabstätte
bis zum Ablauf des Nutzungsrechts. So ist die Gemeinschaftsgrabstätte eine echte Alternative zur anonymen Bestattung, und die Hinterbliebenen haben so einen Ort für ihre Trauer und das Gedenken an den Verstorbenen, dem sie etwa durch Niederlegen von Blumen Ausdruck verleihen können. Die Kosten für die Nutzung der gemeinsamen Grabstätte teilen sich die beteiligten Angehörigen. Jeder zahlt einmalig einen festen Betrag, in dem sowohl der Grabstein als auch die gärtnerische Pflege enthalten sind. So können die Angehörigen sicher sein, dass die Grabpflege auch über die gesamte vereinbarte Dauer vorbildlich ausgeführt wird, und sie ein Grab vorfinden, an dem sie gerne verweilen: zum Gedenken an den Verstorbenen, im Gespräch mit ihm oder im Gebet. Man müsse den Menschen ganzheitlicher sehen, forderte Kardinal Karl Lehmann einmal in einem Vortrag, und „man muss die bleibende Bedeutung eines Ortes stärker würdigen, sonst verlieren eben auch die Begriffe Vergangenheit, Erinnerung und Gedenken ihre Kraft.“