In der Trauer auf eigene Stärken besinnen

Der Tod eines nahe stehenden Menschen fordert heraus und belastet. Trauernde müssen nicht nur den Verlust verarbeiten, sondern darüber hinaus den Alltag bewältigen und ihr Leben neu ordnen. Um diese Krisensituation durchzustehen und sich davon zu erholen, hilft der Blick auf die Ressourcen der Trauernden: ihre eigenen Stärken, Fähigkeiten und Möglichkeiten und ihr soziales Umfeld. „Für Angehörige und Freunde ergeben sich aus einer Ressourcenperspektive wertvolle Hinweise, wie sie Trauernde besser verstehen und unterstützen können“, weiß die Diplom-Psychologin Hildegard Willmann vom Beirat des Trauerportals www.gute-trauer.de, das von der Verbraucherinitiative Aeternitas ins Leben gerufen wurde.

Unter dem Begriff „Ressourcen“ verstehen Fachleute das gesamte positive Potential eines Menschen, das er in den Veränderungsprozess nach einem Verlust einbringen kann. Dazu gehört zum Beispiel die Unterstützung durch das Umfeld, aber auch die Notwendigkeit, für andere da zu sein. Ebenso können Religion und Spiritualität Ressourcen darstellen. Auch Achtsamkeit und Mitgefühl mit sich selbst kann Trauernde stärken. Zu berücksichtigen ist bei der Frage nach den Ressourcen stets die jeweilige Situation des Einzelnen. „Die Tragweite des Verlustes muss gesehen und anerkannt werden. Doch der Weg aus einer Lebenskrise kann nur über die Aktivierung von Ressourcen gelingen“, sagt Willmann. Es brauche ein Zusammenspiel von Problemperspektive und Ressourcenperspektive.