Trauern gehört zum Leben

Der Verlust von geliebten Menschen durch den Tod trifft jeden anders. Abhängig von Alter, Todesart, familiärer Rolle, Nähe des Arbeitskollegen oder Enge der Freundschaft reagieren wir unterschiedlich. Auch wenn in unserer schnelllebigen Gesellschaft ein Trauerjahr nicht mehr „in“ ist, benötigen wir Rituale und Zeit, um von unseren Lieben in Ruhe Abschied zu nehmen. Viele sind erstaunt über die eigenen psychischen und oft sogar körperlichen Reaktionen, in denen sich die Trauer zeigt. Obwohl „Trauern“ in allen Kulturen gesellschaftlich anerkannt ist, kommen einige mit dem Ausmaß der eigenen Reaktionen nicht klar. Spätestens ab diesem Punkt, wenn Trauer überzogen oder trotz enger Beziehung zum Toten komplett negiert wird, ist psychotherapeutische Unterstützung notwendig.

Obwohl jeder Hinterbliebene höchst individuell trauert, durchläuft der Trauerprozess im Normalfall vier Phasen: Zuerst soll der tatsächliche Verlust des verstorbenen Menschen akzeptiert werden. Danach sollen die Emotionen und die seelischen und/oder körperlichen Schmerzen ihren Raum erhalten. Anschließend können sich die Hinterbliebenen darauf einstellen, dass sie Aufgaben des Verstorbenen – im Sinne alltäglicher Arbeitsteilung – an andere abgeben können. Zu guter Letzt gestattet man sich selbst, die emotionale Bindung zu lockern, in neue Beziehungen zu investieren und den Toten auch in seinen eigenen Gefühlen loszulassen. Wenn der Trauerprozess in einer dieser Phasen für einen längeren Zeitraum stagniert, also letztendlich nie ganz abgeschlossen wird, ist es möglich, dass eine solche Blockade zu einer psychischen Störung führt, die therapeutischer Unterstützung bedarf.

Hinterbliebenenberatung und psychotherapeutische Ansätze können Bestandteile der Trauerbewältigung sein. Insbesondere therapeutische Ansätze lassen sich stark an den persönlichen Kontext des Hinterbliebenen anpassen. Im Grunde sind alle gängigen psychotherapeutischen Verfahren geeignet, um dem Verlust – der manchmal an ein Trauma grenzt – zu begegnen. Vor allem Psychoanalyse, Psychodrama und Verhaltenstherapie gelten als hilfreich. Darüber hinaus gibt es speziell für den Trauerfall entwickelte therapeutische Begleitmöglichkeiten. Unter anderem helfen dem Trauernden die Regrief-Therapie (Beendigung von Ersatzhandlungen) oder die Einführung von Ritualen, so PRO PSYCHOTHERAPIE E.V..